Yadegar Asisi

LEIPZIG 1813

In den Wirren der Völkerschlacht

Das Panorama widmet sich den kriegerischen Ereignissen, die im Oktober 1813 im Umland von Leipzig stattfanden. Etwa 600.000 Soldaten aus ganz Europa fanden sich 1813 vor den Toren der damals etwa 35.000 Einwohner zählenden Stadt ein, um Napoleon und die französische Armee in der ‚Völkerschlacht bei Leipzig‘ aus den eroberten Ländern in Europa zu vertreiben.

Yadegar Asisi hat indes kein Schlachtenpanorama im Stil des 19. Jahrhunderts kreiert, sondern ein monumentales Kunstwerk geschaffen, das die dramatischen Ereignisse aus Sicht von Leipzig und seiner Bürger thematisiert: Auf etwa 3.500 Quadratmetern entrollt sich die Szenerie unmittelbar nach Ende der Schlacht. Wie vom Dach der Thomaskirche am Stadtrand betrachten die Besucher das Geschehen im Stadtzentrum und im Umland, wo die heftigsten Kämpfe stattfanden und noch Gehöfte und Dörfer brennen. In der Architektur von 1813 zeigt sich das vergleichsweise unversehrte Leipzig, das aber zig Tote, Verwundete und Gestrandete aus dem zerstörten Umland zu bewältigen hat. Es herrscht großes Gedränge und Chaos rund um die einziehenden Sieger, die abziehenden Franzosen und die vielen Verletzten in offenen Lazaretten.  

Dem Ansatz zugrunde liegt die Frage, wie es sein konnte, dass die damals größte Schlacht in der Geschichte unversehens vor den Toren der Universitäts-, Messe- und Handelsstadt stattfinden konnte und für Jahrzehnte Not und Elend über die pulsierende Bürgerstadt brachte? Steht diese Tragödie nicht für zig andere vorher und nachher?

Vergangene Ausstellungsorte von LEIPZIG 1813

PANOMETER LEIPZIG
2013 – 2015