Yadegar Asisi

KONZIIL VON KONSTANZ

Mit dem Werk entrollt sich eine malerisch-panoramatische Zeitreise ins spätmittelalterliche Konstanz am Bodensee. Historischer Anker ist das Konstanzer Konzil, das dort von 1414 bis 1418 als eine der größten Kirchenversammlungen des Mittelalters tagte. Ziel war es, die etwa fünfzigjährige Kirchenspaltung der römischen Kirche, die im Mittelalter immer auch politisch motiviert war, zu überwinden.

Man schätzt, dass etwa 70.000 Besucher in den vier Jahren in die damals rund 7.000 Einwohner zählende Stadt kamen und davon bis zu 20.000 ständig vor Ort waren. Darunter unter anderem Papst Johannes XXIII. – nur einer von drei damaligen Päpsten – der römisch-deutsche König Sigismund mit Gemahlin, Herzöge, Grafen und Ritter, Kardinäle, Bischöfe und Kleriker wie der böhmische Reformer Jan Hus. Es reisten zig Kaufleute und Künstler an und man spricht von etwa 800 Huren in der Zeit in Konstanz. Die Besucher kamen aus aller Herren Länder: Von Äthiopien bis aus dem Baltikum sowie aus dem Orient reisten Gesandtschaften an den Bodensee.

Von einem fiktiven Standpunkt inmitten der Altstadt erschließt sich das Panorama des spätmittelalterlichen Konstanz. Inmitten der überfüllten Bischofsstadt verdichten sich die Ereignisse zwischen 1414 – 1418. Bildinhalte und Szenarien sind ineinander verwoben, sodass historische Figuren oder Elemente nebeneinanderstehen, die in der realen Welt nicht zeitgleich oder am selben Ort zu finden wären: So wird man neben vielen anderen Szenen sowohl eine Predigt von Jan Hus als auch seine Verbrennung als Ketzer – trotz des ihm zugesagten freien Geleits – im Panorama entdecken können.