Yadegar Asisi

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TITANIC landet in Rouen

Seit Juni 2019 fasziniert das Panorama „TITANIC – Die Versprechen der Moderne“ die Besucher in Rouen in Frankreich. Nach ROM 312, AMAZONIEN, ROUEN 1431 und GREAT BARRIER REEF ist TITANIC bereits das fünfte Rundgemälde, das in der Normandie gezeigt wird. 2014 wurde der Ausstellungsbau Panorama XXL am Ufer der Seine als erste Panorama-Location im Ausland eröffnet.

Am 1. Juni wurde nun TITANIC in Rouen eröffnet und wird bis weit in den Frühling 2020 die französischen Besucher und ihre Gäste in den Bann ziehen. Das Besondere daran: In der begleitenden Ausstellung wird unter anderem der Stopp der TITANIC auf ihrer Jungfernfahrt im französischen Cherbourg thematisiert, um weitere Reisende an Bord zu nehmen. Weitere Bezüge zu Frankreich dürfen natürlich nicht fehlen. 

Das Rundgemälde führt auf etwa 3.200 Quadratmetern zum gesunkenen Wrack der RMS Titanic in 3.800 Metern Meerestiefe im Nordatlantik. TITANIC thematisiert jedoch nicht das eigentliche Schiffsunglück vor der Küste von Neufundland, sondern das Projekt will mit dem gesunkenen Schiffswrack Denkanstöße geben, um über das menschliche Streben nachzudenken, koste es was es wolle, die Natur zu überflügeln und dabei den Blick für die eigenen Grenzen aus den Augen zu verlieren.

Der Blickpunkt befindet sich auf dem Meeresgrund in Höhe des Schiffswracks. Mit Hilfe eines künstlichen Lichtszenarios (wie bei einer großangelegten Expedition) wird das Ausmaß des Unglücks erkennbar. Das Wrack ist in zwei Teile zerbrochen und ringsherum befinden sich Alltagsgegenstände, technisches Equipment und Gepäckstücke, die die menschliche Tragödie ins Bewusstsein bringt. Zehntausende Tonnen von Stahl korrodieren und die ehemals glanzvolle Einrichtung und der Hightech des Passagierschiffes werden von der Natur vereinnahmt.

Auch wenn der Untergang der Titanic im April 1912 bereits über 100 Jahre zurückliegt, hat sich das Schiffsunglück – eines unter vielen – durch die unmittelbar einsetzende Berichterstattung und die filmische Verarbeitung weltweit ins kollektive Gedächtnis eingegraben.