Die Zerstörung Roms
300 Menschen verabschiedeten mit Künstler Yadegar Asisi in Leipzig sein Kunstwerk "Rom 312" auf besondere Weise
Was für ein Abschluss Rund 300 Gäste, in durchsichtige Regencapes gekleidet und mit Farbpistolen bewaffnet, halfen am Abend des 1. Februar 2009 dem Berliner Panoramakünstler Yadegar Asisi im asisi Panometer in Leipzig bei der Vernichtung seines gigantischen 360°-Panoramas „Rom 312“. Bei einer spektakulären Lichtshow konnte man dem Zerschneiden und Zerreißen des Panoramas zuschauen und in Schutzanzügen mithelfen, das weltgrößte Panorama vorher mit grüner Farbe zu bespritzen. Mit der Inszenierung eines multimedialen Happenings verabschiedete Asisi seine rund drei 3 Jahre dauernde Panoramaausstellung und rückte damit den Moment der Betrachtung in den Vordergrund. Asisi zu seiner Intention: „Das Gemälde wurde von mir für diesen Raum und diese Zeit geschaffen. Nicht das Stück bedruckter Stoff ist mein Kunstwerk, sondern das Seherlebnis beim Betrachten meines Panoramas. Wie bei einer Theaterinszenierung ist dies eine Momentaufnahme und immer wieder neu erfahrbar. Ich verabschiede mich damit von meinem Gesamtkunstwerk als Seherlebnis.“
Mit der Zerstörung des Panoramas wurde nicht nur „Rom 312“ verabschiedet, sondern gleichzeitig das neue Panorama AMAZONIEN, eine Hommage an Alexander von Humboldt, willkommen geheißen. So wählte Asisi ganz bewusst die Farbe Grün für die Zerstörung und für den Neuanfang schon tropische Urwaldgeräusche. Der bekannte Schauspieler Christian Steyer zitierte Texte von Humboldts und unterstrich die Bedeutung, die AMAZONIEN für das Humboldtjahr 2009 hat.
Rund 600.000 Menschen sahen in drei Jahren das Rundgemälde im asisi Panometer Leipzig. Nach einer kurzen Umbauphase eröffnete Yadegar Asisi am 28. März 2009 das neue weltgrößte 360°-Panorama AMAZONIEN, sein Zauberbild der Natur. Zum 150. Todesjahr des Amazonasforschers Alexander von Humboldt zeigt er auf 106 Metern Länge und 30 Metern Höhe die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des Amazonasgebietes.
